1. Auszug aus dem Bericht zum Jubiläumsfest 1999 von Dieter P. Gonze (Ackerschiene 3/99)

Die Sternfahrer

Bereits ab Freitagmittag trafen sie ein, die Sternfahrer ! – Sepp Fischer hatte die Einladungen, Routenbeschreibungen etc. organisiert und seine langjährigen Schlepperfreunde mobilisiert. Dies mit Erfolg. Das Fest wurde um besonders orginelle Schlepper und um einige nicht weniger orginelle Sammler bereichert. Auf eigener Achse, teilweise mit Wohnwagen angereist, durften wir insgesamt ca. 50 Sternfahrer willkommen heißen. Am Samstagabend erfolgte die Ehrung mit allem Drum und Dran. Sepp überreichte jedem eine eigens entworfene Plakette. Der auf eigener Achse (Ferguson, Benziner) weitest angereistete Peter Schulz (635km) aus Hamburg (TOCH) erhielt einen Pokal.

Grüße und Präsente von befreundeten Vereinen, vertreten durch ihre Vorstände oder aktiven Mitglieder, wurden uns anläßlich des Jubiläums entgegengebracht: Werner Hansmann aus Hanstädten von der "Ackerkralle", Werner Holtz, Brokstedt vom Lanz-Bulldog-Club Schleswig-Holstein, Willi Tüger von der TOCH Hamburg, Hans Adolf Hahn von den Lanzfreunden Sachsen aus Leipzig, Reinhold Bönsel von den Lanzfreunden Odenwald, Günter Simon von den Bulldogfreunden aus Seligenstadt und alle die ich vergessen habe.

Gefallen hat es den Gästen auch, zumindest ergaben meine Rückfragen nichts Negatives. Und unsere Sternfahrer, Sepp Fischer, Heinrich Bohländer, Ewald Thomas und die anderen ! die konnten einmal eindrucksvoll demonstrieren, was ihr Heimatverein so auf die Beine stellt und brauchten dieses Mal nicht so weit zu fahren.

 

2. Zum Thema "Sternfahrer" - Auszug aus der Festschrift zum Jubiläum 1999

Die Stern(fern)fahrer

Von Georg H. Brodt und Dieter P. Gonze

In den letzten Jahren hat sich eine interessante Variante in der Schlepper-Oldtimerszene herausgebildet. Sammlerfreunde aus der ganzen Republik sind oft wochenlang über die Grenzen unseres Landes hinaus mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Ein herausragendes Unternehmen dieser Art war wohl die "Lanz-Leistungsfahrt" im Jahr 1994. Walter Enz aus dem Schwabenländle, hatte mit einigen Gleichgesinnten die Idee, eine von der Firma Heinrich Lanz Mannheim im Jahre 1924 veranstaltete Fahrt eines Bulldog-Trosses von Mannheim nach Berlin zu wiederholen. Das renommierte Unternehmen, nicht nur der Landmaschinenbranche, wollte seinerzeit mit dieser Leistungsfahrt die Überlegenheit seiner Maschinen unter Beweis stellen.

Die Sammlerfreunde um Walter Enz waren insgesamt drei Wochen unterwegs, um die etwa tausend Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Gefahren wurde im Schnitt mit etwa 6 km/h. Das hing damit zusammen, daß die beiden 12er Lanzbulldogs von Walter Enz und Sepp Kiener lediglich eine solche Geschwindigkeit zuließen. Während Walter Enz, so hat man errechnet, etwa 70 % der Strecke - "um keine Langeweile aufkommen zu lassen" - neben seinem Fahrzeug herlief, zappelte sich der Bulldog von Sepp Kiener vor einem riesigen historischen Möbelwagen ab.

Der Sepp hat damit eine Leistung vollbracht, die in die Geschichte der Oldtimerszene eingegangen und mit dem Unternehmen von 1924 durchaus vergleichbar ist! Unvergessen, wie wir die Oldtimerfreunde dann am Brandenburger Tor und vor dem Reichstag in Empfang nahmen konnten. Mit von der Partie waren seinerzeit auch unsere Mitglieder Sepp Fischer (Glühkopf-Lanz) und Ewald Thomas (Glühkopf-Lanz).

Sepp Fischer ist hier einer der rührigsten auf diesem Gebiet. Er hat seitdem zahlreiche Sternfahrten organisiert (so auch die in diesem Jahr zu unserem Jubiläumsfest) und ist durch seine vielen Kontakte bestens bekannt in Oldtimerkreisen.

Unvergessen auch die Fahrten nach Leipzig (1995 – 10 Jahre Lanzfreunde Sachsen – 930km) und zu den Freunden um Peter Berger vom Bulldog-Club Langenpfunzen bei Rosenheim (1996 – 1680km). Zwei Mitfahrer, nämlich Horst Martin und Georg Brodt, begaben sich im Anschluß an die Fahrt zu den Freunden nach Oberbayern mit ihren Unimogs auf eine Dolomitenrundfahrt mit unvergeßlichen Eindrücken, die sich so tief eingeprägt haben, daß die gleichen Personen im Jahr darauf eine Alpenüberquerung von Salzburg über Wien nach Nizza auf eigener Achse und wieder zurück wagten. Diese interessante Reise ist übrigens ausführlich dokumentiert und kann bei Georg H. Brodt, (Tel. 06187/3789) bezogen werden.