Auszug aus dem Festbericht zur Jahresausstellung 1999 von Dieter P. Gonze (Ackerschiene 3/99)

Ländliches Handwerk und Geräte im Einsatz rings um die Ausstellung

Aus vielen Gesprächen und Beobachtungen habe ich den Eindruck gewonnen, dass gerade die unzähligen parallel laufenden Aktivitäten auf unserem Fest am meisten begeistert haben. An allen Ecken und Enden zischte, blubberte und bewegte sich was.

Im Innenkreis hatte Rudi Keller wieder seine Transmission aufgebaut. Unermüdlich und ohne Pause führte er diese und eine Vielzahl von Getreidemühlen und sonstiger Ernteverarbeitungsmaschinen vor. Alle Fragen der beeindruckten Zuschauer wurden fachlich versiert und zugleich humorvoll beantwortet. Rudi war in seinem Element und blühte sichtlich auf. Ich bat ihm eine kurze Ablösung an, die er aber dankend ablehnte.

Vor der Transmission hatte Rudi seine Feldschmiede aufgebaut. Die Schmiedearbeiten wurden von unserem Vereinsmitglied Gerhard Söhnge aus Usingen professionell vorgeführt.

 

Mit großem Eifer und unter ständiger Zuschauerbewunderung arbeiteten der Rechenmacher Karl Schmidt aus Kirchbracht im Vogelsberg und der Korbflechter Ludwig Eberl aus dem Bayrischen Wald. Eine Besucherin fragte mich bereits an der Eintrittskasse nach dem Standort des Korbflechters. Sie kannte ihn bereits aus dem Vorjahr und hatte wohl einen "Spezialauftrag" dabei.

Das Thema "Dreschen" wurde in diesem Jahr auf unserem Fest umfassend behandelt. Auf dem Dreschplatz hinter der Schlepperausstellung standen drei historische Dreschmaschinen. Zwei davon wurden im Einsatz vorgeführt. Der Antrieb erfolgte einmal mit dem Dampftraktor "Fowler Magdeburg 1906" von Hans-Werner Dörich oder mit dem Lanz-Bulldog von Ralf Falkenstein. Unsere Dreschmannschaft um Ralf Falkenstein, Heinrich Bohländer, Dietmar Marquardt und Horst Martin arbeitete wie immer zur Freude der Zuschauer professionell.

Eine zweite Dreschmaschine (Fabrikat: Lanz) wurde per Lokomobil der Familie Ignee angetrieben. Mit viel Fleiß und Ausdauer hielten die Ignees ihr Lokomobil unter Dampf.

Das Dreschen mit Dreschflegeln wurde am Sonntagmittag ausführlich von Michaele Scherenberg und ihrer Dreschmannschaft erläutert und vorgeführt. Ein ganzer Besucherpulk beobachte aufmerksam diese Vorführung auf der Bühne. Unter dem Beifall aller fand ein Dreschflegelwettbewerb statt. Zwei Gruppen traten gegeneinander an und zu guter Letzt wurde der beste der Drescher gekürt. Die begeisterten Zuschauer feuerten mit lauten Zurufen die Drescher zu "Höchstleistungen" an.

Wie bereits in den Vorjahren unterstützte uns die Familie Lotz aus der Nähe von Diez an der Lahn mit ihrer Langholzsäge bei unserer Ausstellung. Zwei Tage wurde unter den bewundernden Zuschauerblicken hart gearbeitet. Die Säge aus dem Jahre 1956 wurde über einen 20m langen Flachriemen durch einen Lanz Bulldog Bj. 1938 angetrieben (Siehe auch Festschrift Seite 45).